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    100% erneuerbare Energien in der Kommune!

    „Think global – act local“, ein viel beschworenes Motto, dass es kommunal umzusetzen gilt. Denn um unsere Klimaziele zu erreichen, braucht es ein entschiedenes Handeln vor Ort!


    Die Kommune muss im Kampf für 100%  erneuerbare Energien eine Vorbildfunktion einnehmen. Öffentliche Gebäude müssen energetisch saniert werden, zum Beispiel durch Wärmedämmung und Sanierung veralteter Heizungsanlagen, und durch Ökostrom versorgt werden. Städtische Dachflächen sollen für Solaranlagen genutzt und der Einsatz von Blockheizkraftwerken vorangetrieben werden. So können die Kommunen einen Großteil ihres Energiebedarfs durch Eigenproduktion decken und zu einer dezentralen Versorgungsstruktur beitragen.“


    Als GRÜNE JUGEND NRW fordern wir eine Abkehr von den oligopolistischen  Strukturen des Energiemarktes und setzen uns für eine zunehmende AnbieterInnenvielfalt auf dem Energiemarkt ein. Dazu gehört, dass die Stadtwerke in kommunalem Besitz verbleiben. Es sollte zudem geprüft werden, ob bereits verkaufte Stadtwerke zu tragbaren Konditionen rekommunalisiert werden können. Eine Kommune, die im Vollbesitz ihres Energieversorgers ist, hat diverse Vorteile wie, bsp. ökologische Steuerung des Unternehmens (100% Erneuerbar). Wenn wir dezentrale Energieversorgung wollen, geht dies nur durch dezentrale VersorgerInnen wie die lokalen Stadtwerke. Jedoch ist eine Rekommunalisierung nicht immer sinnvoll und muss daher von Ort zu Ort differenziert entschieden werden. Denn es rechnet sich mitunter betriebswirtschaftlich nicht oder das Unternehmen ist zu klein, um sich am Energiemarkt behaupten zu können.   

    Vor rund 20 Jahren haben viele Kommunen in NRW so genannte Konzessionsverträge abgeschlossen, die eine enge vertragliche Verflechtung mit RWE vorsehen. In ihnen sind eine Beteiligung des Energieriesen an den kommunalen EnergieversorgerInnen und ein Versorgungsrecht festgeschrieben. Viele dieser Verträge laufen in den nächsten Jahren aus und dürfen unter keinen Umständen verlängert werden!


    Des Weiteren sollte ein Schwerpunkt auf der Nutzung von lokal vorhandenen und ökologischen erneuerbaren Ressourcen, wie z.B. Biomasse auf Basis von lokal anfallenden Grünabfällen, nicht aber auf Kosten der Nahrungsmittelproduktion, liegen, die zurzeit größtenteils noch ignoriert und deren Potenziale weit unterschätzt werden. Als Orientierungspunkt können hierfür bestehende „Bioenergiedörfer“ in ganz Deutschland und Österreich wie in Jühnde und Güssing, dienen, die sich zum Ziel gesetzt haben, ihre Strom- und Wärmeversorgung eigenständig zu produzieren.

     
    Zu den Aufgaben einer Kommune gehört es auch, genügend Beratungs- und Anlaufstellen zu schaffen, um gerade Haus- und WohnungseigentümerInnen aber auch HandwerkerInnen über die Vorteile von Wärmedämmung der Wände und Dreifach-Wärmeschutzverglasungen der Fenster aufzuklären. Unser Ziel ist es, möglichst viele Häuser zu Passivhäusern zu sanieren, denn diese benötigen bis zu 90% weniger Heizenergie als konventionelle Gebäude. Hierzu sollten regionale Programme die Umrüstung fördern und Neubauten gleich den Passivhaus-Standards angepasst werden. Auch städtische Neubauten dürfen davon nicht ausgenommen werden, die kommunale Stadtplanung muss mit gutem Beispiel voran gehen.

    Die GRÜNE JUGEND NRW spricht sich für den massiven Ausbau des kommunal gestützten Contracting-Modell aus. Dabei übernimmt eine kommunale Einrichtung die Finanzierung der ökologischen Gebäudesanierung oder Errichtung eigener Versorgungsstrukturen (Solarzellen, Blockheizkraftwerke usw.). Mit dem dadurch eingesparten Geld bezahlen die entsprechenden BürgerInnen die Schulden ab und profitieren so später von ihren Investitionen.

    Eine gute und sinnvoll strukturierte Strom- und Wärmevorsorgung ist ein wichtiger Baustein auf unserem Weg zu 100% Erneuerbaren, der entschieden beschritten werden muss. Hier wird deutlich: Klimaschutz beginnt vor der eigenen Haustür!